Beiträge vom Juni, 2008

Bilden Sie sich Ihre Meinung!

Montag, 30. Juni 2008 20:18

Schatten der Liebe

Zu meiner großen Freude hat Bildblog einige Fotos von mir unter dem Titel Schatten der Liebe veröffentlicht. Wem das nicht reicht, der kann die ganze Serie hier sehen.

Thema: Allgemein, Bilder | Kommentare (0) | Autor: arndt

Abends zähl ich Lamm um Lamm …

Montag, 30. Juni 2008 9:04

Abends zähl ich Lamm um Lamm,
lehnend an dem Feigenstamm,
gebe jedem seinen Namen,
streu mein Herz als wilden Samen
in den Wüstenwind.
Ruf die Sichel frühen Mondes,
daß sie mir ein weiches blondes
Gräslein mähe für mein Kind.
Eine schlanke Ringelnatter
bitte ich mir zum Gevatter
und sie hängt ihr zieres Krönlein
freundlich für mein Wundersöhnlein
auf im Feigenbaum.
Aber dann die Morgenröte
weckt mit ihrer Sorgenflöte
jäh mich aus dem Traum.
Hab kein Kindlein, keine Tiere,
und der Stamm, an dem ich friere,
trägt nicht eine Frucht.
Lauernd und verrucht
kühlt die kronenlose Schlange
meine warmgeträumte Wange.

Christine Lavant, zuerst in: dieselbe, Die Bettlerschale, Salzburg 1956, hier nach: Hubert Fichte, Mein Lesebuch, Frankfurt am Main 1976, S. 186f.

Thema: Gedichte | Kommentare (0) | Autor: arndt

Venezolanische Charme-Offensive

Freitag, 27. Juni 2008 19:34

Der hochbegabte venezolanische Exportschlager Gustavo Dudamel und seine Sinfónica de la Juventud Venezolana Simón Bolívar machen nicht einfach nur Musik. Das ist hinterhältigste bolivarische Propaganda, gegen die nicht einmal unser konservatives Bürgertum gefeit ist. Guerillakampf war gestern. Die nächste Revolution beginnt in den Konzertsälen. Und hier ist sie auch notwendig, wußte doch schon Walter Hasenclever: Die Mörder sitzen in der Oper.

Dudamel präsentiert den 2. Satz der 10. Sinfonie, mit dem Dmitri Schostakowitsch versuchte, Stalin zu charakterisieren. Und Freunde hinkender Vergleiche brauchen nur noch eins und eins zusammenzuzählen.

Wer dennoch (oder gerade deshalb) von Schostakowitsch nicht lassen kann, dem sei das Buch Stalin und Schostakowitsch von Solomon Wolkow ans Herz gelegt. Alle anderen sollen sich an Christoph Twickels Chávez-Biografie abarbeiten.

Thema: Allgemein, Bücher, Musik, Videos | Kommentare (0) | Autor: arndt

Vorsicht, Reklame!

Montag, 23. Juni 2008 6:53

URINTINTE empfiehlt Adblock Plus. Eine nützliche Anleitung zur Installation dieses fantastischen Werbekillers findet sich hier. Er funktioniert so gut, daß man sich wundert, warum ihn nicht schon jeder benutzt und wo das Gegenmittel der Werbeindustrie bleibt.

In diesem Fall ist er allerdings machtlos:

Am Sonntag, den 29. Juni, 11 Uhr, findet wieder eine Führung über den Friedhof Columbiadamm (Berlin) mit mir statt. Interessenten werden gebeten, sich unter der Nummer (030) 6809-2535 beim Museum Neukölln anzumelden. Treffpunkt ist der Haupteingang des Friedhofs (Columbiadamm 122). Dauer: etwa 2 Stunden, Kostenpunkt: 5,- €, ermäßigt 3,50 €, weitere Informationen hier (ganz unten).

Thema: Allgemein, Veranstaltungen | Kommentare (0) | Autor: arndt

Über den Begriff der Geschichte

Samstag, 21. Juni 2008 7:43

IX
[...]
Es gibt ein Bild von Klee, das Angelus Novus heißt. Ein Engel ist darauf dargestellt, der aussieht, als wäre er im Begriff, sich von etwas zu entfernen, worauf er starrt. Seine Augen sind aufgerissen, sein Mund steht offen und seine Flügel sind ausgespannt. Der Engel der Geschichte muß so aussehen. Er hat das Antlitz der Vergangenheit zugewendet. Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert. Er möchte wohl verweilen, die Toten wecken und das Zerschlagene zusammenfügen. Aber ein Sturm weht vom Paradiese her, der sich in seinen Flügeln verfangen hat und so stark ist, daß der Engel sie nicht mehr schließen kann. Dieser Sturm treibt ihn unaufhaltsam in die Zukunft, der er den Rücken kehrt, während der Trümmerhaufen vor ihm zum Himmel wächst. Das, was wir den Fortschritt nennen, ist dieser Sturm.

Walter Benjamin, Über den Begriff der Geschichte, nach: derselbe, Gesammelte Schriften, Band 1, Teil 2 (hg. von Rolf Tiedemann und Hermann Schweppenhäuser), Frankfurt am Main 1980, S. 697f.

Thema: Texte / Zitate | Kommentare (0) | Autor: arndt