18. Februar

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18. Februar:

Moskau, Flughafen Vnukovo. Wir fliegen. Wir sind neun Zeugen. Zwei Begleiter. Unter den Zeugen — Iosif Abgarovic Orbeli, der weltberühmte armenische Gelehrte; Nikolaj Ivanovic Lomakin, der Priester aus Leningrad, welcher dort die Blockade überlebt hat; der Kunstprofessor Dmitriev, auch aus Leningrad; Dr. Evgenij Kivil’sa, der ehemalige Kriegsgefangene aus Proskurov, der im Kriegsgefangenenlager Rakovo war; Dovid Iosifovic Budnik (ein Jude aus Kiev), der aus Babij Jar fliehen konnte; zwei junge belarussische Frauen, die aus Auschwitz und Maidanek gerettet wurden; Jakov Grigor’ev, Vorsteher einer Kolchose im Oblast Pskov, welche die Deutschen, zusammen mit den Kolchosearbeitern, niederbrannten; Tarkovskij, der Kriegsgefangene vom Großlazarett in Slavuta. Der belgische Militärattaché fliegt auch mit.

Wir landen in Minsk. Hier begleitet man uns zu dem Gebäude eines Erholungsheims. Während des Banketts, am Abend, erhebt Orbeli sein Glas auf das Zusammenleben aller Völker mit dem jüdischen Volk. Orbeli beeindruckt. Besitzt jüdischen Scharfsinn. Hätte er mir nicht ausdrücklich gesagt, dass er Armenier ist, wäre ich geneigt, ihn für einen Juden zu halten. Der Priester, ein volkstümlicher Charakter gogolscher Art, bringt patriotische Trinksprüche aus und bekreuzigt sich. Er bemerkt, dass die Kellnerin aus seiner Geburtsstadt Kaluga stammt — überfällt sie mit Küssen und säuft wie ein Loch.

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