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Utopische Unterhaltung

Donnerstag, 9. September 2010 15:02

Vor Jahren hörte ich einmal dieses Lied im Radio (und wenn ich mich nicht ganz irre, war es die Sendung Freistil beim längst dahingeschiedenen Sender Radio Brandenburg - die Sendung, lese ich gerade, hat überlebt):

Schwer beeindruckt ging es mir bis heute nicht aus dem Kopf (und die CD-Version ist noch besser). Aus dem Kopf ging mir allerdings, wer dafür verantwortlich zeichnete. Mehrfach hatte ich versucht, das weltweite Gewebe zu befragen - erfolglos. Die Hits Nieder mit IT oder auch Rheinländer von Pigor & Eichhorn (und dem Ulf) waren mir seit einiger Zeit liebgewordene Klassiker der Liedkunst, aber festzustellen, daß nun auch dieser Song von ihnen ist, ließ meine Bewunderung ins Maßlose steigen.

Es gibt einen reich bestückten youtube-Kanal von Pigor & Eichhorn, nur ein weiteres Beispiel:

Gut, weil`s so schön ist, noch eins:

Gewohnheitsmäßig skeptisch investierte ich vor einiger Zeit in eine Eintrittskarte der Bar jeder Vernunft und habe keinen Cent davon bereut. Das ist perfekte, utopische Unterhaltung (und ich mag Unterhaltung wirklich nur sehr selten), die eine viel bessere Gesellschaft verdient hätte.

Vom 10. bis zum 12. September treten Pigor & Eichhorn mit Band im Tipi am Kanzleramt auf - auch wenn ich das Programm nicht kenne, empfehlen kann ich es uneingeschränkt.

Und ja, Philosophie ist tanzbar:

(auf der CD: Pigor singt Benedikt Eichhorn muß begleiten - Volumen 3, Bochum 2000)

Thema: Allgemein, Audios, Kunst, Musik, Videos | Kommentare (0) | Autor: arndt

Europäische Kolonialkriege

Sonntag, 5. September 2010 15:37

[Was man Hitler im Grunde nicht verzeiht ist] nicht das Verbrechen an sich, das Verbrechen am Menschen, dass es nicht die Erniedrigung des Menschen an sich, sondern dass es das Verbrechen gegen den weißen Menschen ist, dass es die Demütigung des Weißen ist und die Anwendung kolonisatorischer Praktiken auf Europa, denen bisher nur die Araber Algeriens, die Kulis in Indien und die Neger Afrikas ausgesetzt waren.

Aimé Césaire

Hörenswert: der Historiker Stephan Malinowski im Deutschlandfunk über europäische Kolonialkriege:

Wer lieber liest, klickt hier.

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5. September: Führung Friedhof Columbiadamm

Dienstag, 31. August 2010 14:23

Am Sonntag, den 5. September, 11 Uhr, findet wieder eine Führung über den Friedhof Columbiadamm (Berlin) mit mir statt (letzter Termin in diesem Jahr). Interessenten werden gebeten, sich unter der Nummer (030) 6809-2535 beim Museum Neukölln anzumelden. Treffpunkt ist der Haupteingang des Friedhofs (Columbiadamm 122). Dauer: etwa 2 Stunden, Kostenpunkt: 5,- €, ermäßigt 3,50 €, weitere Informationen hier.

Und jetzt neu: die Website Neukoellntouren.de mit einem bunten Strauß Führungen durch den Stadtteil.

Thema: Veranstaltungen | Kommentare (0) | Autor: arndt

Perfider Hinweis

Freitag, 6. August 2010 0:26

Seit etwa 15 Jahren bin ich nun “Kunde” der Amerika-Gedenkbibliothek (AGB), aber das ist mir bisher noch nicht untergekommen. Dem heute geliehenen Buch ist folgende “Gebrauchsanweisung” eingeklebt und vorangestellt:

Diese Gründung beruht auf der unbegrenzten Freiheit des menschlichen Geistes. Denn hier scheuen wir uns nicht, der Wahrheit auf allen Wegen zu folgen und selbst den Irrtum zu dulden, solange Vernunft ihn frei und unbehindert bekämpfen kann.

Die Bibliothek bittet, sich bei der Lektüre an diesen Leitsatz zu erinnern.

Bei dem Zitat handelt es sich um eine Briefstelle von Thomas Jefferson, die auch im Foyer der AGB verewigt ist. Ich halte es für äußerst unwahrscheinlich, daß über einen bestimmten Zeitraum (das hier betroffene Exemplar ist 1965 erschienen) jedes Buch mit einem solchen moralischen Appell versehen wurde. Da ist es interessant zu erfahren, um welches es sich in diesem besonderen Fall handelt. Es ist das Buch Bilanz der Kriege des sowjetischen Statistikers Boris Zesarewitsch Urlanis, das 1965 im VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften (Berlin) erschienen ist.

Die Logik des Kalten Krieges läßt nur eine Deutung zu: Das Buch ist der “Irrtum” und dem Westleser nur zur Verfügung gestellt, um es “frei und unbehindert bekämpfen” zu können. Selbst wenn es stimmt, daß Urlanis` Die Menschenverluste Europas vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart untertitelte “materialreiche Arbeit [...] durch das geradezu peinliche Herumreden um die sowjetischen Verluste im Zweiten Weltkrieg”1 an Aussagekraft einbüßt, wie der österreichische Historiker Winfried R. Garscha in einer Fußnote anmerkt, der Hinweiszettel ist perfide antikommunistisch - genauso perfide antikommunistisch, wie Der Spiegel in einer Rezension von 1966 das Wort “Sowjetmensch” benutzt.

Interessant wäre natürlich zu erfahren, welchen Büchern die “Gebrauchsanweisung” sonst noch eingeklebt wurde und wieviele Bücher es - sagen wir bis zum Ende der 60er Jahre - aus der DDR in der AGB überhaupt gab. Ich werde mal nachfragen.

Thema: Allgemein, Bücher | Kommentare (0) | Autor: arndt

8. August: Führung Friedhof Columbiadamm

Sonntag, 1. August 2010 19:34

Am Sonntag, den 8. August, 11 Uhr, findet wieder eine Führung über den Friedhof Columbiadamm (Berlin) mit mir statt (nächster Termin: 5. September). Interessenten werden gebeten, sich unter der Nummer (030) 6809-2535 beim Museum Neukölln anzumelden. Treffpunkt ist der Haupteingang des Friedhofs (Columbiadamm 122). Dauer: etwa 2 Stunden, Kostenpunkt: 5,- €, ermäßigt 3,50 €, weitere Informationen hier.

Und jetzt neu: die Website Neukoellntouren.de mit einem bunten Strauß Führungen durch den Stadtteil.

Thema: Veranstaltungen | Kommentare (0) | Autor: arndt