Beitrags-Archiv für die Kategorie 'Allgemein'

Der linke Fuß der Revolution

Dienstag, 27. Mai 2014 23:11

5 Jahre gönnte ein aus Venezuela über Mexiko und Spanien an den provinziellen Niederrhein gewechselter Fußballer von Weltrang – Juan Fernando Arango Sáenz – der Einöde Mönchengladbachs den Glanz seiner wortlosen Kunst. Nun verläßt der „Huracán del Caribe“ diese Wirkungsstätte und folgt dem Ruf seines ehemaligen Nationaltrainers César Farías zu Xolos de Tijuana nach Mexico.

Linksaußen: Juan Arango

Linksaußen: Juan ArangoCC BY-NC 2.0 by EDO Photojobs

Als im Sommer 2009 bekannt wurde, daß der 1980 im venezolanischen Maracay geborene Juan Arango für eine nicht unerhebliche Ablösesumme von RCD Mallorca zur Borussia wechseln würde, hatte er den Ruf einer launischen Diva im Gepäck. Gelegentlich genial, aber auch schnell lustlos und eingeschnappt. Mit Schrecken fühlte man sich etwa an den „Stehgeiger“ (jW) Federico Insúa erinnert. Seit Jahren gewöhnt an mit großen Hoffnungen verbundene Fehleinkäufe, wollte sich allzu große Euphorie am Trübsal blasenden Niederrhein nicht breitmachen. Es dauerte dann aber nur 29 Minuten, bis das erste „Arangol“ bejubelt werden durfte. Jenen Zauber, den der Mann mit den schönsten Waden der Liga bereits bei seiner Pflichtspielpremiere im DFB-Pokal versprühte, hatte man rund um den Borussia-Park noch nie, in Mönchengladbach lange nicht erlebt.

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Das beschädigte Amt

Sonntag, 18. Dezember 2011 4:01

Alles und jeden kann man in der politischen Welt medial hin und her durch den schimmeligen Kakao ziehen, nur das Amt des Bundespräsidenten ist sakrosankt. Als Onkel Hotte damals aus dem Weißbuch der Bundeswehr zitierte, verlangte niemand ernsthaft seinen Rücktritt, nur er selbst. Dennoch faselten er und nicht wenige andere von der Beschädigung des Amtes. Und auch jetzt, wo wieder einmal ein allzu gewöhnlicher Politiker peu à peu nur das zugibt, was ihm zweifelsfrei nachgewiesen ist, macht sie im Medienwald wieder mahnend die Runde: die Rede vom beschädigten Amt. Aber apropos sakrosankt: wäre es nicht besser, ein angehender Bundespräsidentendarsteller würde sich, wenn er in sein Amt gewählt wird, einen neuen Namen geben und nur noch in purpurner Robe gewandet selig lächelnd und debil grüßend durch die Welt chauffieren lassen? Der Würde seines Amtes käme das entschieden entgegen.

Nachtrag, 19.12.11:

Eine andere Idee, fast schon konstruktiv:

Wir brauchen keinen Bundespräsidenten mehr. Gerade jetzt stünde es diesem wankenden Parlamentarismus gut, den oder die Präsidentin des Bundestages zum Staatsoberhaupt zu machen. Spart Geld und drückt aus, wo der Hammer hängen sollte.

Friedrich Küppersbusch in der taz

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Unstet und launig

Sonntag, 24. April 2011 21:48

Kurzer Hinweis: ich blogge jetzt auch bei wemgehoertdiewelt.de. Aber URINTINTE soll darunter keinen Mangel leiden und bleibt was es ist: unstet und launig.

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Märzrevolution universal

Montag, 28. März 2011 2:11

Märzrevolution an ganz unerwartetem Ort. Pigors Chanson des Monats:

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18. November: Michael Wieck im “studio im hochhaus”

Mittwoch, 17. November 2010 0:16

Im Rahmen der Ausstellung Kaliningrad ohne Heimweh kommt Michael Wieck am Donnerstag, den 18. November, 19.30 Uhr zu Lesung und Gespräch ins studio im hochhaus.

Der Musiker (Violinist) und Autor Michael Wieck wurde 1928 in Königsberg geboren. Seine Eltern spielten im seinerzeit berühmten Königsberger Streichquartett, das 1934 Auftrittsverbot erhielt. Im Klappentext seines Erinnerungsbuchs Zeugnis vom Untergang Königsbergs – Ein “Geltungsjude” berichtet heißt es:

Als Sohn eines nichtjüdischen Vaters und einer jüdischen Mutter erlebte er während des Nationalsozialismus Ausgrenzung, den Verlust jeglicher Sicherheit und die Deportation von Freunden und Verwandten. Mit der Einnahme Königsbergs folgte für Michael Wieck die Inhaftierung im sowjetischen Internierungslager Rothenstein. Während der NS-Herrschaft gab der nichtjüdische Vater Schutz, nach Kriegsende retteten allein Mut und Einfallsreichtum des Sohnes die Eltern. Kraft und Trost fand Michael Wieck in seiner Musik, die ihm früh zur Berufung geworden war. Wiecks sensibel und mitreißend verfaßte Erinnerungen sind ein faszinierendes Dokument der Zeitgeschichte und der Geschichte Königsbergs.

Michael Wieck stellt bei der Lesung sein neues Buch “Ewiger Krieg oder ewiger Friede?” vor, ebenso gibt es sicher aber auch reichlich Raum für Fragen und Gespräch.

Donnerstag, 18. November 2010, 19.30 Uhr

studio im hochhaus – kunst- und literaturwerkstatt
Zingster Str. 25
13051 Berlin
Telefon/Fax: 030 929 38 21

Eintritt: 4,-/2,- €

Kartenansicht

S-Bahn (S 75) bis Wartenberg oder Hohenschönhausen Tram M4, M5 / Ahrenshooper Str. M4, M17 / Prerower Platz

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Utopische Unterhaltung

Donnerstag, 9. September 2010 15:02

Vor Jahren hörte ich einmal dieses Lied im Radio (und wenn ich mich nicht ganz irre, war es die Sendung Freistil beim längst dahingeschiedenen Sender Radio Brandenburg – die Sendung, lese ich gerade, hat überlebt):

Schwer beeindruckt ging es mir bis heute nicht aus dem Kopf (und die CD-Version ist noch besser). Aus dem Kopf ging mir allerdings, wer dafür verantwortlich zeichnete. Mehrfach hatte ich versucht, das weltweite Gewebe zu befragen – erfolglos. Die Hits Nieder mit IT oder auch Rheinländer von Pigor & Eichhorn (und dem Ulf) waren mir seit einiger Zeit liebgewordene Klassiker der Liedkunst, aber festzustellen, daß nun auch dieser Song von ihnen ist, ließ meine Bewunderung ins Maßlose steigen.

Es gibt einen reich bestückten youtube-Kanal von Pigor & Eichhorn, nur ein weiteres Beispiel:

Gut, weil`s so schön ist, noch eins:

Gewohnheitsmäßig skeptisch investierte ich vor einiger Zeit in eine Eintrittskarte der Bar jeder Vernunft und habe keinen Cent davon bereut. Das ist perfekte, utopische Unterhaltung (und ich mag Unterhaltung wirklich nur sehr selten), die eine viel bessere Gesellschaft verdient hätte.

Vom 10. bis zum 12. September treten Pigor & Eichhorn mit Band im Tipi am Kanzleramt auf – auch wenn ich das Programm nicht kenne, empfehlen kann ich es uneingeschränkt.

Und ja, Philosophie ist tanzbar:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

(auf der CD: Pigor singt Benedikt Eichhorn muß begleiten – Volumen 3, Bochum 2000)

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Perfider Hinweis

Freitag, 6. August 2010 0:26

Seit etwa 15 Jahren bin ich nun “Kunde” der Amerika-Gedenkbibliothek (AGB), aber das ist mir bisher noch nicht untergekommen. Dem heute geliehenen Buch ist folgende “Gebrauchsanweisung” eingeklebt und vorangestellt:

Diese Gründung beruht auf der unbegrenzten Freiheit des menschlichen Geistes. Denn hier scheuen wir uns nicht, der Wahrheit auf allen Wegen zu folgen und selbst den Irrtum zu dulden, solange Vernunft ihn frei und unbehindert bekämpfen kann.

Die Bibliothek bittet, sich bei der Lektüre an diesen Leitsatz zu erinnern.

Bei dem Zitat handelt es sich um eine Briefstelle von Thomas Jefferson, die auch im Foyer der AGB verewigt ist. Ich halte es für äußerst unwahrscheinlich, daß über einen bestimmten Zeitraum (das hier betroffene Exemplar ist 1965 erschienen) jedes Buch mit einem solchen moralischen Appell versehen wurde. Da ist es interessant zu erfahren, um welches es sich in diesem besonderen Fall handelt. Es ist das Buch Bilanz der Kriege des sowjetischen Statistikers Boris Zesarewitsch Urlanis, das 1965 im VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften (Berlin) erschienen ist.

Die Logik des Kalten Krieges läßt nur eine Deutung zu: Das Buch ist der “Irrtum” und dem Westleser nur zur Verfügung gestellt, um es “frei und unbehindert bekämpfen” zu können. Selbst wenn es stimmt, daß Urlanis` Die Menschenverluste Europas vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart untertitelte “materialreiche Arbeit [...] durch das geradezu peinliche Herumreden um die sowjetischen Verluste im Zweiten Weltkrieg”1 an Aussagekraft einbüßt, wie der österreichische Historiker Winfried R. Garscha in einer Fußnote anmerkt, der Hinweiszettel ist perfide antikommunistisch – genauso perfide antikommunistisch, wie Der Spiegel in einer Rezension von 1966 das Wort “Sowjetmensch” benutzt.

Interessant wäre natürlich zu erfahren, welchen Büchern die “Gebrauchsanweisung” sonst noch eingeklebt wurde und wieviele Bücher es – sagen wir bis zum Ende der 60er Jahre – aus der DDR in der AGB überhaupt gab. Ich werde mal nachfragen.

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Programmhinweis: Etwaige Belastungen

Samstag, 24. Juli 2010 20:42

Das kann heiter werden: der stets zur herzhaften Polemik aufgelegte Otto Köhler hat für den Deutschlandfunk ein Feature zum Bund der Vertriebenen gemacht, der nun auch endlich seine Vergangenheit “bewältigen” möchte. Otto Köhler wird dabei sicher behilflich sein:

Dienstag, 27. Juli 2010, 19.15 Uhr, Deutschlandfunk

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