Beitrags-Archiv für die Kategorie 'Texte / Zitate'

Intermezzo Nummer eins: Vorführung des Künstlers

Samstag, 4. April 2009 10:17

[...]

Plötzlich habe man dann beobachten müssen, wie der Ast gebrochen, das Seil unter den Sohlen, den Füßen des Mannes nach unten geglitten, entwichen sei, aber er, der Mann, der Künstler oder Artist habe sich nichtsdestoweniger am durchsichtigen Himmel festgehalten, seine Finger in die Spalten, Ritzen und Zwischenräume der Luftmauern gekrallt, sei weiter den durchsichtigen Himmel hinaufgeklettert, obwohl das Seil wirklich ganz offensichtlich unter ihm hinuntergefallen sein soll, der Mann sei durch die zitternden Schlieren gestiegen, bis er noch etwas weiter oben die Kuppe der ersten Luftmauer erreicht habe, sei über die erste Luftmauer gestiegen und im durchsichtig weißen Himmel verschwunden.

Anderen Erzählungen zufolge soll der Mann allerdings samt dem Seil heruntergefallen sein, und zwar so unglücklich, daß sein Rücken auf der Stange der Brunnenwinde aufgekommen und sein Körper reglos abgeknickt über dem Brunnen, worauf einige Leute reglos geschrien und wie am Spieß gebrüllt haben sollen, andere wiederum Hüte in die Luft geworfen oder in die Rocktaschen gegriffen, die restlichen Münzen hervorgeholt und in die Mitte des Platzes geworfen haben, man habe das viele Geld eingesammelt, wahrscheinlich wohl für das Begräbnis, sagt man, und angeblich sollen die Gehilfen mit den Aufräumungsarbeiten begonnen haben, wäre auch gar nichts anderes übriggeblieben, behauptet man, hätte wirklich nicht alles so liegenbleiben können, soll richtig unanständig ausgeschaut haben.

aus: Gert Jonke, Geometrischer Heimatroman, Frankfurt am Main 1969, S. 28

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Militante Medienschelte oder Kierkegaard läuft Amok

Sonntag, 15. März 2009 23:52

Gott im Himmel weiß: Blutdurst ist meiner Seele fremd, und eine Vorstellung von einer Verantwortung vor Gott glaube ich auch in furchtbarem Grade zu haben: aber dennoch, dennoch wollte ich im Namen Gottes die Verantwortung auf mich nehmen, Feuer zu kommandieren, wenn ich mich nur zuvor mit der ängstlichsten, gewissenhaftesten Sorgfalt vergewissert hätte, daß sich vor den Gewehrläufen kein einziger anderer Mensch, ja auch kein einziges anderes lebendes Wesen befände als — Journalisten.

Sören Kierkegaard, 1846

nach: Die Fackel (Karl Kraus), Nr. 418—422, 8. April 1916, S. 1

hier online

Nachtrag, 20. März 2009:

Passend dazu: Das Medienmagazin Zapp zum Verhalten von Journalisten bei der Berichterstattung zum Amoklauf in Winnenden.

via Stefan Niggemeier

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Lieber Pfemfert!

Freitag, 6. März 2009 2:23

Lieber Pfemfert!

In einen Rückzug, versiegeltes Fernbleiben, schickte man mir zwei Bücher; das eine war von Ihrem Temperament verrotet, kräftige Hände schmissen in die vermordete Erde einen Pack Holzpapier, eine schnittige Hundepeitsche, ja vielleicht ein noch nicht aufgestelltes Genickmesser, jagt am abgekurbelten Horizont höllischer Schlagworte.
Das andere, Summa1, Bilanz. Man will summieren. Was denn? Die Zeit? Franz, eine Zeit, die wir schon längst abrichteten, vergaßen.
Hingegen Ihr Aktionsbuch.
Im ganzen geht es hier um noch nicht Verwirklichtes.
Also Zukunft.
Aber um zu Realisierendes. Um Denken, das Verantwortung enthält.
Ich gestehe, ich selbst lebe diesen Dingen etwas entfernt; denn erlaubte ich mir, sie zu lieben, wäre ich tot.
Jedoch bohrte sich mir aus Ihrem Buch nicht der Eindruck memorierter, ermüdeter Druckerschwärze, vielmehr griffen Leidenschaft, Sachlichkeit an.
Vor allem.
Bei Ihnen: Menschen, die lieben und Abänderung suchen. Ich rede nicht vom Literarischen, das bei uns kaum existiert, weder aus dixhuitième noch aus Kirchenvätern surrogiert werden kann.
Ich rede von der ausgesprochenen Unerträglichkeit dieser Zeit, die schon lange vor dem Kriege ekelte. Das Elend quälte immer als gleiches.
Ihr Buch ist deutlich. Konstatiert. Wie lange schon ist es her, daß Deutsche es wagten, festzustellen, ohne theoretische weitfaltige Demoralisierung.
Ich meine, in diesem Buch veröffentlicht zu sein, müßte Ihre Mitschreibenden verpflichten.
Absichtlich schreibe ich Ihnen nicht vom Literarischen; es ist mir nicht genug entschieden, wagend. Aber das ist nicht Ihr Fehler.
Ich weiß, auch Sie liebten mehr Künftigeres und vorgerissene Syntax gebauter Typen.
Aber doch:
Sie gehen zur Verwirklichung neuer Zeit …
Ungehindert. Ohne Archaismus. Ohne Klassik. Noch nie bei uns gewesen.
Mögen sich Ihre Mitarbeiter vor flinker Terminologie bewahren. Daß die pathetische Terminologie – unwahrhafte Phrase – eines voreiligen sozialen Kriminalfilms sie nicht verrage.
Denn sie haben noch nicht das Unmittelbare gefressen.
Auch aus der Lektüre Flauberts ist es nicht zu gewinnen.
Ich danke Ihnen, daß Sie eine kurze Arbeit2 von mir veröffentlichten.
Ich schätze sie nicht, was niemanden angeht.
In Ihrem Aktionsbuch veröffentlicht zu sein, verpflichtet mich. Fern bleiben mir die dicken Hefte gebildeter Journalisten, die ohne Haß und Liebe, im Unentschiedenen einer schleppenden Grammatik kluge unverbindliche Jahrgänge bürgern. – Wie verachte ich träge Ruhe.

Mit herzlichen Grüßen
Ihr Einstein

nach: Die Aktion, Nr. 35/36, Berlin, 8. September 1917, Sp. 489f.

  1. Gemeint ist Franz Bleis Zeitschrift Summa
  2. Gemeint ist Einsteins Text Der Leib des Armen

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[Frohes Fest!]

Donnerstag, 11. Dezember 2008 0:29

“Wie werden Sie Christmas verbringen”, fragt er.
“Fensterputzenderweise”, antwortet Thea.
“Oh”, meint Alfred, “dann wird es sehr kühl in Ihrer Wohnung sein.” “Das letzte Mal sind sie im Sommer geputzt worden. Im Sommer vor zwei Jahren. Dann verließ mich meine Raumpflegerin. Und, ob sie es glauben oder nicht! Sie sehen nicht schlimmer aus als seien sie acht Wochen nicht geputzt.”
Alfred kennt das Wort Raumpflegerin nicht. Er denkt an space cultivation und stellt sich eine Armee von Astronautinnen vor, die auf dem Mars Radieschen sät. In Thea ist eine Eiterbeule aufgestochen worden.
“Wollte Gott!” sagt sie bitter, “es käme mal einer von meinen Leuten und sagte, liebe Thea, ich möchte dir etwas zu Weihnachten schenken. Aber du hast ja alles, was du brauchst, nur deine Fenster, die gefallen mir gar nicht. Ich werde dir mal zwei Stunden meines Lebens schenken und sie putzen.”
“Famos!” freut sich Alfred. “Aber sehr kostbares Geschenk.”
“Ich bin aber dafür”, schaltet sich Kyra ein, “daß Weihnachten abgeschafft wird.”
“Das geht leider nicht”, überdenkt Sigmund, “denn wir können nicht schenken, was wir nicht haben, nämlich Zeit. Wir schenken, was wir haben, nämlich Geld. Nacktes Geld zu schenken ist eine Kränkung. Folglich schenken wir ein Symbol. Auf diese Weise bekommen wir doch, was uns gebührt.”
“Ist das nicht Wahnsinn”, sagt Kyra.
“Im Gegenteil”, sagt Freud, “es ist die Rettung vor dem Wahnsinn. Wenn wir Weihnachten abschaffen, dann würde das Ergebnis der Ausbruch einer allgemeinen Paranoia sein.”

aus: Christa Reinig, Entmannung, Düsseldorf 1976, S. 30f.

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Prof. Dr. Landsturm (1813)

Samstag, 27. September 2008 0:15

Die Professoren der Universität Berlin bildeten einen eigenen Trupp und übten sich häufig in den Waffen, der kleine bucklige Schleiermacher, der kaum die Pike tragen konnte, auf der äußersten Linken, der baumlange Savigny auf dem rechten Flügel; der lebhafte knirpsige Niebuhr exerzierte, daß die nur federgewandten Hände dicke Schwielen bekamen; der ideologisch tapfere Fichte erschien bis an die Zähne bewaffnet, zwei Pistolen im breiten Gürtel, einen Pallasch hinter sich herschleppend, in der Vorhalle seiner Wohnung lehnten Ritterlanze und Schild für sich und seinen Sohn. Der alte Schadow führte die Schar der Künstler, Iffland die Helden der Bühne; diese wie jene meist abenteuerlich-mittelalterlich und phantastisch-theatralisch kostümiert und bewehrt: Sturm- und Pickelhaube, Flamberge und sogar Morgensterne kamen zum Vorschein; man sah auf dem Übungsplatz den Waffenschmuck Talbots und Burgunds, Wallensteins und Richards des Löwenherzen. Iffland selbst erschien einst mit dem Brustharnisch und dem Schilde der Jungfrau von Orleans, was große Heiterkeit erregte.

Karl Friedrich Köppen nach: Franz Mehring, Aufsätze zur preußischen und deutschen Geschichte, Leipzig 1986, S. 251f.

[Für Hinweise auf die originale Quelle wäre ich dankbar.]

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[Auf das Opfer darf keiner sich berufen]

Sonntag, 14. September 2008 9:54

Entwurf

[...] Immerzu müssen wir uns und alles, was wir tun, wünschen, denken, begründen; das Leben, wie wir es seit Jahrtausenden leben, ist nichts Selbstverständliches, schon frühe Aussprüche wie ‘Leben geschenkt’, ‘Gnade’, ‘Befreiung’, deuten auf die gigantische Unselbstverständlichkeit. Alle diese Worte müßten verschwinden. Hier wird nicht mehr geschenkt, begnadigt, befähigt, anerkannt etc., wenn hier dies nicht mehr getan wird – es wird das Morgenrot sein.

Eben deshalb darf es keine Opfer geben (Menschenopfer), Menschen als Opfer, weil der geopferte Mensch nichts ergibt. Es ist nicht wahr, daß die Opfer mahnen, bezeugen, Zeugenschaft für etwas ablegen, das ist eine der furchtbarsten und gedankenlosesten, schwächsten Poetisierungen.

Aber der Mensch, der nicht Opfer ist, ist im Zwielicht, er ist zwielichtige Existenz par excellence, auch der beinah zum Opfer gewordene geht mit seinen Irrtümern weiter, stiftet neue Irrtümer, er ist nicht ‘in der Wahrheit’, er ist nicht bevorzugt. Auf das Opfer darf keiner sich berufen. Es ist Mißbrauch. Kein Land und keine Gruppe, keine Idee, darf sich auf ihre Toten berufen.

Aber die Schwierigkeit, das auszudrücken. Manchmal fühl ich ganz deutlich die eine oder andere Wahrheit aufstehen und fühle, wie sie dann niedergetreten wird in meinem Kopf von anderen Gedanken oder fühle sie verkümmern, weil ich mit ihr nichts anzufangen weiß, weil sie sich nicht mitteilen läßt, ich sie nicht mitzuteilen verstehe oder weil gerade nichts diese Mitteilung erfordert, ich nirgends einhaken kann und bei niemand.

Ingeborg Bachmann, Typoskript 1771, 3693 (= S. 1-2) aus dem Nachlaß, ohne Titel, nach: dieselbe, Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar, München 1981, S. 135

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Die Besessenen

Freitag, 1. August 2008 12:12

I

Das also ist die Kulturhöhe, die wir erreichten: Hunderttausende, die gesündesten, wertvollsten und wertevollsten Kräfte, zittern, daß ein Ungefähr, ein Wink der Regierer Europas, eine Böswilligkeit oder eine sadistische Laune, ein Cäsarenwahn oder eine Geschäftsspekulation, ein hohles Wort oder ein vager Ehrbegriff, sie morgen aus ihrem Heim jagt, hinweg von Weib und Kind, hinweg von Vater und Mutter, hinweg von allem mühselig Aufgebauten, in den Tod. Der irre Zufall kann heute, kann morgen, kann jede Minute rufen, und alle, alle werden kommen. Der Not gehorchend – aber gehorchend. Anfangs werden sie heulen, da sie ihr bißchen Erdenglück zusammenbrechen sehen, – bald jedoch werden sie, wenn auch nicht mit ganz sauberer Unterwäsche, vom allgemeinen Taumel besessen sein und besinnungslos morden und ermordet werden.

II

Es ist dumm, ein Wort der Vernunft zu sprechen, wenn die Stunde der Vernunft nicht da ist. Heute Manifeste zu schreiben, Resolutionen für den Frieden zu fabrizieren, nichts Zweckloseres gibt es, nichts Belangloseres. Und wenn die internationale Sozialdemokratie jetzt phrasentoll die “Schmach des Krieges brandmarkt”, wo die Genossen sich vielleicht schon zum Marschieren rüsten, sollte man die Führer auslachen oder auspeitschen. Denn allein die Pflichtvergessenheit armseliger Mandatsschacherer ist schuld, daß die Völker Europas noch heute (wie vor 50 Jahren) vor der Möglichkeit eines Weltbrandes zu bangen haben. Wäre die bombastisch quasselnde Viermillionenpartei nicht jahrzehntelang nationalistisch gedrillt worden, wir könnten heute jedes Kriegsgeheul heiter hinnehmen.

III

Möglich, daß die Gefahr, zu neun Zehntel durch gewissenlose Preßpiraten genährt, noch diesmal vorübergeht. Wenn diese Zeilen im Druck erscheinen (ich schreibe sie den 27. Juli im extrablattlosen Ilsenburg), ist das große Massenmorden vielleicht schon wieder vertagt worden. Wir werden dennoch keinen Anlaß zum Jubeln haben: das Bewußtsein bleibt: es kann jede Minute eine neue Gefahr kommen, der Chauvinismus ist die ständige Lebensgefahr der Menschheit. Er, allein er, kann über Nacht aus Millionen Vernunftswesen Besessene machen: dieser Gedanke muß uns wachhalten, auch wenn die Gefahr sich schnarchend stellt.

IV

(Was Deutschland, “realpolitisch” gesehen, von einem Weltkrieg zu hoffen, zu fürchten hat, diese Frage geht nur “Patrioten” an. Unsere Patrioten mögen sich damit abfinden, daß Preußen durch seine Polenpolitik dem Zarismus einen wertvollen Verbündeten gewaltsam aufdrängte, daß Schleswig und Elsaß-Lothringen so wenig Gelegenheit fanden, schwarz-weiß-rot lieben zu lernen.)

Franz Pfemfert in: Die Aktion, Nr. 31, Berlin, 1. August 1914, Sp.671f.

Titelblatt der Vossischen Zeitung, des Vorwärts und der Neuen Preußischen (Kreuz-)Zeitung vom 1. August 1914

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20. Juli 1944

Sonntag, 20. Juli 2008 9:02

21. Juli 1944

Das Attentat also auf Herrn Hitler. Exekutiert durch einen Grafen Stauffenberg [...]. Dahinter: ein Putsch der Generäle, lange erwartet. Ah, wirklich also? Ein wenig spät, Ihr Herren, die Ihr diesen Erzzerstörer Deutschlands gemacht habt, die Ihr ihm nachliefet, solange alles gut zu gehen schien, die Ihr, alle Offiziere der Monarchie, unbedenklich jeden von Euch gerade verlangten Treueid schworet, die Ihr Euch zu armseligen Mamelucken des mit hunderttausend Morden, mit dem Jammer und dem Fluch der Welt belasteten Verbrechers erniedrigt habt und ihn jetzt verratet, wie Ihr vorgestern die Monarchie und gestern die Republik verraten habt. [...] Kokotten jeder Euch just passenden politischen Konjunktur, Renegaten Eurer Vergangenheit, traurige Beischläfer dieser industriellen Oligarchie, mit deren Machtanspruch die Zersetzung unserer gesellschaftlichen und staatlichen Strukturen begann, armselige Planer dieses mißglückten Einbruchdiebstahls, dessen Planung selbst ein Maximum darstellt an politischem Dilettantismus und geopolitischer Unbildung …

[...] Sie decken durch Jahre jeden Verrat, jede Mord- und Schändungsorgie, die deckten sie, weil dieser Hitler sie wieder zum Exponenten dieses preußisch mißbrauchten Deutschlands machte, sie standen, bewaffnete Schreier, bei jedem seiner Schurkenstreiche, sie pfiffen auf das Elend all der Bombenopfer, der Häftlinge in den Konzentrationslagern und der Geistesverfolgung, sie pfiffen auf Deutschland und seinen Geist, weil jede Änderung des Regimes ein Ende ihrer Macht bedeutet hätte …

Und sie verraten jetzt, wo der Bankrott nicht mehr verheimlicht werden kann, die pleitegehende Firma, um sich ein politisches Alibi zu schaffen … sie, die als platteste Machiavellisten noch alles verraten haben, war ihren Machtanspruch belastete.

Das Land trauert um den Mißerfolg dieser Bombe, und ich kann es unmöglich zum Ausdruck bringen, in welchem Maße diese allgemeine Landestrauer auch die meine ist. Die Generale aber? Man soll sie, wenn man Deutschland von der preußischen Häresie befreit, vernichten. Zusammen mit den industriellen Anstiftern dieses Krieges, zusammen mit seinen journalistischen Barden, zusammen mit Herrn Meißner und Hindenburg jun. und nicht zuletzt mit all dem Klüngel, der für das ungeheuerliche Verbrechen des 30. Januar 1933 verantwortlich ist. Diese aber sollen zwanzig Fuß höher hängen als die übrigen.

Mögen die Lebendbleibenden ihr Leben vom Verkaufen von Zündhölzern und Altpapier fristen …

Als Karikaturen ihrer gestohlenen Macht, als Anstifter unermeßlichen Elends.

Ich kann nicht anders.

Friedrich Percyval Reck-Malleczewen, Tagebuch eines Verzweifelten (mit einem Vorwort von Bernt Engelmann), Berlin, Bonn 1981 (1947), S. 159ff.

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