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5. Mai: Bildprojektion bei der Kaliningrader Fotografenunion

Samstag, 1. Mai 2010 2:43

Am Mittwoch, den 5. Mai, 19 Uhr, stelle ich meinen gerade entstandenen und nach wie vor entstehenden Fotoessay “Kaliningrad ohne Heimweh” bei der Kaliningrader Fotografenunion erstmals vor. Wer gerade vor Ort ist, ist herzlich eingeladen. Ul. Telmana (Thälmannstr.) 46a.

Achtung: Die Veranstaltung ist verlegt worden. Tag und Uhrzeit bleiben gleich, der neue Ort ist Ul. Baranova 45.

aus: Kaliningrad ohne Heimweh

Thema: Kaliningrad ohne Heimweh, Veranstaltungen | Kommentare (1) | Autor: arndt

Einladung zur Ausstellung: HELDENGEDENKEN - ein Foto-Essay

Sonntag, 26. Oktober 2008 21:15

Schaufensterpuppe
Helmut J. Psotta / Arndt Beck
HELDENGEDENKEN – ein Foto-Essay
Eröffnung: 31. Oktober 2008, 19.30 Uhr

Einführung: Prof. Dr. Hans-Ernst Mittig
Musik: Jan Hermerschmidt, Klarinette

Ausstellungsdauer: 2. November 2008 bis 11. Januar 2009

studio im hochhaus – kunst- und literaturwerkstatt
Zingster Str. 25
13051 Berlin
Telefon/Fax: 030/9293821

Öffnungszeiten der Ausstellungen: Mo - Do 11 bis 19, Fr 11 bis 16 und So 14 bis 18 Uhr
S-Bahn (S 75) bis Wartenberg oder Hohenschönhausen Tram M4, M5 / Ahrenshooper Str. M4, M17 / Prerower Platz

HELDENGEDENKEN entstand aus dem zwischen 1999 und 2008 in Berlin erarbeiteten Foto-Essay Autopsie 2000 – Stillstand der Geschichte des bildenden Künstlers Helmut J. Psotta und des Fotografen Arndt Beck. Die Künstler konfrontieren das Denkmal des 20. Juli 1944 im Berliner Bendlerblock mit Schaufensterpuppen aus den Kaufhäusern der Stadt und stellen auf diese Weise Fragen nach Brüchen und Kontinuitäten deutscher Vergangenheit.

Ehrenmal für die Opfer des 20. Juli 19441952 vergab der Berliner Senat den Auftrag für die Gestaltung der Denkmalplastik des Ehrenmals für die Opfer des 20. Juli 1944 im Berliner Bendlerblock, dem heutigen Sitz des Verteidigungsministeriums. Den Zuschlag erhielt der Bildhauer Richard Scheibe, der wenige Jahre zuvor, in der zweiten Reihe der NS-Bildhauerelite stehend, Denkmale wie Die befreite Saar, verschiedene Kriegerehrenmale und einen Adler mit Hakenkreuz1 schuf. Der “Nazi-Aufstand gegen Hitler”, wie Hermann Gremliza den Putschversuch des 20. Juli 1944 zuspitzend nannte, sollte zur Keimzelle der westdeutschen Nachkriegsdemokratie verklärt werden. Bei der Einweihung am 20. Juli 1953 wurde unter dem Eindruck des Arbeiteraufstands in der DDR am 17. Juni 1953 das Monument vom Anti-Hitler- zum Antitotalitarismus-Denkmal “umgewidmet”, die Generäle des Widerstands konnten als Kalte Krieger auferstehen.

Über lange Zeiträume und in den unterschiedlichsten Situationen haben die Autoren die gefesselte Jünglingsplastik des Denkmals beobachtet und fotografisch festgehalten. In ihrem Ausstellungskonzept setzen sie diese Figur in Beziehung zu Fotos von Schaufensterpuppen. Während die Denkmalplastik von Richard Scheibe durchaus nicht auf eine faschistische Ästhetik verweist, hallt in den Plastikpuppen dieses Erbe frappierend wider – als untote Farce.

Wie gesagt, Sie sind herzlich eingeladen - der Eintritt ist frei.

  1. Die hier verlinkten drei Abbildungen stammen aus: Bruno Kroll, Richard Scheibe – Ein deutscher Bildhauer, Berlin 1939, S. 34, 37 und 62

Thema: Bilder, Kunst, Veranstaltungen | Kommentare (2) | Autor: arndt

Werbefeldzug - Versuch über den Krieg

Montag, 25. August 2008 19:42

Werbefeldzug - Versuch über den Krieg

Beim ZiF PhotoAward 2008 (URINTINTE berichtete) konnte mein Beitrag Werbefeldzug - Versuch über den Krieg nur einen Blumentopf gewinnen. In die Ausstellung und die Zeit Online-Galerie der besten Einsendungen haben es zwei Bilder geschafft. Alle fünf Fotos sind hier zu sehen.

Thema: Allgemein, Bilder | Kommentare (0) | Autor: arndt

Bilden Sie sich Ihre Meinung!

Montag, 30. Juni 2008 20:18

Schatten der Liebe

Zu meiner großen Freude hat Bildblog einige Fotos von mir unter dem Titel Schatten der Liebe veröffentlicht. Wem das nicht reicht, der kann die ganze Serie hier sehen.

Thema: Allgemein, Bilder | Kommentare (0) | Autor: arndt

Hier werden Sie enteignet: ZiF PhotoAward

Mittwoch, 18. Juni 2008 2:37

Selten genug gibt es Fotowettbewerbe, die eine interessante Herausforderung für Fotografen darstellen. Kontrolle der Gewalt lautet das Thema des ZiF PhotoAward 2008 und bildet damit eine rühmliche Ausnahme:

Welche Rolle spielen Gewalt und ihre Kontrolle in Gesellschaften innerhalb und außerhalb Europas? Erleben wir Kontrollverlust oder Kontrollexzess, einen Rückgang von Gewalt oder Gewaltexzess? Wie formen und prägen Gewalt und Kontrolle unsere Wahrnehmung? In welchem Verhältnis stehen sie zueinander? Der ZiF PhotoAward 2008 sucht nach Bildern, die Antworten auf diese und angrenzende Fragen geben.

Liest man dann weiter, daß eine aus unterschiedlichen Fachdisziplinen zusammengesetzte seriöse Jury drei Geldpreise zwischen 250,- und 1000,- € vergibt und der Wettbewerb nicht etwa von Blackwater oder einem anderen privaten Gewaltdienstleister, sondern vom Zentrum für interdisziplinäre Forschung an der Universität Bielefeld ausgeschrieben ist, bilden sich vor dem inneren Auge bereits die ersten Ideen. Doch dem seltenen Glück der geistigen Anregung folgt rasch die Ernüchterung, wenn man einen Blick auf die Teilnahmebedingungen wirft:

Es können bis zu 5 Fotografien im Format 20 cm x 30 cm gedruckt auf hochwertigem Fotopapier, sowohl in Farbe als auch in Schwarz-Weiß, eingesandt werden. [...] Die Teilnehmer erklären sich einverstanden, dass mit der Einsendung der Besitz der Bilder an das ZiF übergeht.

Frei nach dem Motto “Wenn Sie uns schon Ihre Bilder schenken, werden wir Sie doch zumindest umsonst nutzen dürfen” gestaltet sich die weitere Expropriation total und gilt nicht etwa nur - in aller Bescheidenheit - für die prämierten Fotos:

Alle eingereichten Arbeiten dürfen für den Wettbewerb und publizistische Auswertung genutzt werden. Das ZiF hat insbesondere das Recht, die von der Jury zu diesem Zwecke ausgewählten Arbeiten auszustellen sowie in Zeitungen, Zeitschriften und anderen Publikationen zu veröffentlichen. Für diese Nutzung können die Teilnehmer keinen Anspruch auf ein Nutzungshonorar geltend machen. [Hervorhebungen von mir]

Aufmerksam auf diese unverschämten Bedingungen macht auch der Fotowettbewerbe-Blog von Ulla Schmitz (bzw. ihr Newsletter Fotografie). Das ZiF hielt es nicht für nötig, eine freundlich auf diese Umstände hinweisende E-Mail von mir zu beantworten. Im Gegensatz zum Jury-Mitglied Prof. Gottfried Jäger, der sich für den Hinweis bedankte und versprach, sich darum zu kümmern. Seine Antwort steht noch aus. Und bis dahin empfehle ich, die Klassiker der Enteignung, genauer der Eigentums-Kritik, Proudhon und Kropotkin zu lesen.

Nachtrag, 19.06.08:

Das ZiF hat nun doch reagiert und erläutert die Wettbewerbsbedingungen:

[...] Der ZiF-PhotoAward 2008 möchte Arbeiten prämieren, die ein bestimmtes Thema künstlerisch hervorragend darstellen. Dieser Wettbewerb verfolgt keinerlei kommerzielle Zwecke und ist für die Teilnehmer natürlich kostenlos. Lediglich für die Durchführung der Veranstaltung, deren Berichterstattung und eigene Veröffentlichungen in Bezug auf den Award benötigt das ZiF ein nicht ausschließliches Nutzungsrecht an den Arbeiten. Das bedeutet, dass die Teilnehmer ihre Arbeiten selbstverständlich anderweitig nutzen und verwerten können. Sollten Arbeiten tatsächlich für weitere kommerzielle Zwecke außerhalb des Wettbewerbs genutzt werden, würde dies nur mit Zustimmung der Teilnehmer unter Abschluss einer gesonderten Vereinbarung erfolgen.

Die Formulierung, dass der Besitz der Bilder an das ZiF übergeht, bedeutet nicht, dass das ZiF sämtliche ausschließliche Nutzungsrechte daran erhält und frei in der Verwertung ist. Daran besteht auch kein Interesse. Aus Gründen der Minimierung des Verwaltungsaufwandes und angesichts heute einfacher und preiswerter (digitaler) Produktions- und Reproduktionstechniken der verhältnismäßig kleinen Bildformate (DIN A4) hielten wir die Nichtrücksendung der eingereichten Arbeiten für zumutbar. Die Teilnahme sollte nicht durch hohe Materialität (”Materialschlacht”), sondern allein aufgrund inhaltlich-konzeptioneller Qualität entschieden werden. Zur Vermeidung von Missverständnissen werden wir die Formulierungen im kommenden Jahr aber anpassen. [...]

Ich freue mich, daß die mehr als fahrlässigen Formulierungen so nicht gemeint waren, hiermit klargestellt sind und sich der Wettbewerb nun so darstellt, wie er mir bereits zu Anfang erschien: als eine interessante Herausforderung.

Thema: Allgemein, Bilder | Kommentare (0) | Autor: arndt