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Hübsch und intelligent

Donnerstag, 7. Januar 2010 7:24

Damals, als Männer noch hübsch und intelligent waren, 1980, trafen sich Ronald M. Schernikau und Bernt Engelmann (und ein paar andere Menschen) in einem hessischen Fernsehstudio. Leider hat ein Schernikau-Freund die Diskussion zum Monolog verkürzt (ich hätte zumindest auch gerne gehört, was Engelmann beizutragen hatte), sehens- und hörenswert ist es trotzdem, was der gerade Zwanzigjährige zu sagen hat.

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Wer Bananen essen will, muß Neger verhungern lassen

Montag, 9. November 2009 20:55

Der Sieg des Feindes versetzt mich nicht in Traurigkeit, eine Niederlage ist eine Niederlage, das sind Angelegenheiten bloß eines Jahrhunderts. Was mich verblüfft, ist die vollkommene Wehrlosigkeit, mit der dem Westen Einlaß gewährt wird, das einverständige, ganz selbstverständliche Zurückweichen, die Selbstvernichtung der Kommunisten. Ich habe jeglichen Glauben verloren!, das heißt: Ich bin bereit, mich dem Westen vollkommen zu überlassen. Kaum ist Honecker gestürzt, da lösen die Universitäten den Marxismus auf, da wirbt die DEWAG für David Bowie (immerhin), da druckt die FF dabei Horoskope und die Schriftsteller gründen Beratungsstellen für ihre Leser oder gleich eine SPD. Wo haben sie ihre Geschichtsbücher gelassen? Die Kommunisten verschenken ihre Verlage, die ungarische Regierung richtet in ihrem Land einen Radiosender der CIA ein, und der Schriftstellerverband der DDR protestiert gegen die Subventionen, die er vom Staat erhält. Sie sind allesamt verrückt geworden.

Die DDR hat den Beweis erbracht, daß Zeitungsredakteure, wenn man sie nur läßt, nicht klügere Zeitungen machen sondern dümmere. Früher stand in den Zeitungen gar nichts, heute steht das Falsche drin; die Welt handelt absurd, wenn sie uns vor solch furchtbare Wahl stellt, aber wenn ich es muß, wähle ich den ersten Zustand.

Die DDR hat sich wehrlos gemacht, systematisch, mit offenen Augen. Endlich können wir auch die Erfahrungen der Linken im Westen verwerten!, das heißt: Wir werden sie bitter nötig haben. Wer die Gewerkschaft fordert, wird den Unternehmerverband kriegen. Wer den Videorekorder will, wird die Videofilme kriegen. Wer die Buntheit des Westens will, wird die Verzweiflung des Westens kriegen. Wer Bananen essen will, muß Neger verhungern lassen. Wer die Spaltung Europas überwinden will, muß den Westen siegen lassen.

[...] Am 9. November 1989 hat in Deutschland die Konterrevolution gesiegt. Ich glaube nicht, daß man ohne diese Erkenntnis in der Zukunft wird Bücher schreiben können.

Ronald M. Schernikau, aus: Rede auf dem Kongreß der Schriftsteller der DDR, 1. bis 3. März 1990, auch in: derselbe, Königin im Dreck, Berlin 2009, S. 225-228

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Berlin - Prenzlauer Berg, Arnswalder Platz

Mittwoch, 1. April 2009 18:08

Wo man schaut: Kinder, Kinder, Kinder und, schlimmer noch - Eltern. An Kierkegaard gedacht und gleich ihm Gott gedankt, daß kein menschliches Wesen mir sein Dasein verdankt1. Und endlich Schernikau wirklich verstanden: “Andy Warhol war schwul, und überhaupt leuchtet uns allen ja sofort ein, daß die Homosexualität es ist, die den Fortbestand der Welt garantiert.”2

  1. nach: Die Fackel, Nr. 706-711, Dezember 1925, S. 26, hier online
  2. so Schernikau in seinem bemerkenswerten Warhol-Essay

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