27./28. November: Offene Ateliers

Freitag, 26. November 2010 1:09

Im Rahmen von p.art stehen am Wochenende etliche Ateliers in Berlin-Pankow offen, unter anderem auch die bbk Ateliers im Interkulturellen Haus Pankow (Schönfließer Str. 7, 10439 Berlin, HH, 1. Stock). Los geht es am Samstag und am Sonntag um 13 Uhr. Zudem gibt es am Sonntag um 16 Uhr eine Führung mit Katharina Köpping durchs Haus (Treffpunkt Eingang). Wer mich also unbedingt sehen oder kennenlernen möchte – hereinspaziert.

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Auf der Suche nach Hammer und Sichel

Donnerstag, 18. November 2010 1:32

Zur Kenntnis: Uwe Rada schreibt in der heutigen taz über meine Ausstellung Kaliningrad ohne Heimweh, die noch bis zum 9. Januar 2011 in der Berliner Galerie studio im hochhaus zu sehen sein wird. Und auch die Einführung von Ulrike Schmiegelt kann man nachlesen. Aber das beste bleibt natürlich: ein eigenes Bild machen und hingehen. Zum Beispiel am heutigen Donnerstag, wenn Michael Wieck da sein wird.

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18. November: Michael Wieck im “studio im hochhaus”

Mittwoch, 17. November 2010 0:16

Im Rahmen der Ausstellung Kaliningrad ohne Heimweh kommt Michael Wieck am Donnerstag, den 18. November, 19.30 Uhr zu Lesung und Gespräch ins studio im hochhaus.

Der Musiker (Violinist) und Autor Michael Wieck wurde 1928 in Königsberg geboren. Seine Eltern spielten im seinerzeit berühmten Königsberger Streichquartett, das 1934 Auftrittsverbot erhielt. Im Klappentext seines Erinnerungsbuchs Zeugnis vom Untergang Königsbergs – Ein “Geltungsjude” berichtet heißt es:

Als Sohn eines nichtjüdischen Vaters und einer jüdischen Mutter erlebte er während des Nationalsozialismus Ausgrenzung, den Verlust jeglicher Sicherheit und die Deportation von Freunden und Verwandten. Mit der Einnahme Königsbergs folgte für Michael Wieck die Inhaftierung im sowjetischen Internierungslager Rothenstein. Während der NS-Herrschaft gab der nichtjüdische Vater Schutz, nach Kriegsende retteten allein Mut und Einfallsreichtum des Sohnes die Eltern. Kraft und Trost fand Michael Wieck in seiner Musik, die ihm früh zur Berufung geworden war. Wiecks sensibel und mitreißend verfaßte Erinnerungen sind ein faszinierendes Dokument der Zeitgeschichte und der Geschichte Königsbergs.

Michael Wieck stellt bei der Lesung sein neues Buch “Ewiger Krieg oder ewiger Friede?” vor, ebenso gibt es sicher aber auch reichlich Raum für Fragen und Gespräch.

Donnerstag, 18. November 2010, 19.30 Uhr

studio im hochhaus – kunst- und literaturwerkstatt
Zingster Str. 25
13051 Berlin
Telefon/Fax: 030 929 38 21

Eintritt: 4,-/2,- €

Kartenansicht

S-Bahn (S 75) bis Wartenberg oder Hohenschönhausen Tram M4, M5 / Ahrenshooper Str. M4, M17 / Prerower Platz

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5. November: Einladung zur Ausstellung Kaliningrad ohne Heimweh

Sonntag, 31. Oktober 2010 14:55

Einladung zur Ausstellung (pdf)

Im Rahmen des 4. Europäischen Monats der Fotografie Berlin

(English version click here)

Arndt Beck

Kaliningrad ohne Heimweh – ein Foto-Essay

Eröffnung: 5. November 2010, 19.30 Uhr

studio im hochhaus – kunst- und literaturwerkstatt, Berlin (Kartenansicht; Adresse und Öffnungszeiten siehe unten)

Begrüßung und Eröffnung: Christina Emmrich, Bezirksbürgermeisterin
Es sprechen: Brigitte Graf, Kuratorin des Projektes
Ulrike Schmiegelt, Kunsthistorikerin
Musik: Olexandr Babenko, Violine; Olga Babenko, Violine; Michail Ganevskiy, Cello

Ausstellungsdauer: 7. November 2010 bis 9. Januar 2011

 

Zur Ausstellung:

Der Titel Kaliningrad ohne Heimweh impliziert bereits das Hauptaugenmerk des Fotografen: Die russische Stadt Kaliningrad steht im Zentrum seiner Aufmerksamkeit. Und “ohne Heimweh” gilt vor allem als Absage an die deutschen “Heimwehtouristen”, die in Kaliningrad stets nur die untergegangene deutsche Stadt Königsberg suchen. Jenseits von revisionistischen Gebietsansprüchen und sentimentalen Erinnerungen tut sich für Arndt Beck ein anderes Blickfeld auf, welches der Historiker Karl Schlögel exakt vermessen hat: “Königsberg/Kaliningrad liegt im Planquadrat des totalen Krieges. Es ist das Ende und die Wiederbegründung menschlicher Wohnstätte auf verbrannter Stelle. Die monotone Stadt ist die Stadt nach dem Grauen.”1

Videoarbeit mit Bildern von Kaliningrader Friedhöfen (auch in der Ausstellung zu sehen)

Arndt Beck findet seine Motive an gewöhnlichen und ungewöhnlichen, meist öffentlichen Orten und im Spannungsfeld von Geschichte und Gegenwart. Die Motive werden nicht manipuliert oder inszeniert, sondern – im Objektiv der Kamera – höchst subjektiv dokumentiert. In umfangreichen essayistischen Serien geht diese sich in der Tradition der street photography begreifende Anschauung jedoch über den rein dokumentarischen Charakter hinaus. Arndt Beck begreift jedes einzelne Bild ähnlich einem Wort, welches erst im Satzzusammenhang seinen tatsächlichen Sinn erhält. Die primär inhaltliche Ausrichtung seiner Arbeit folgt der Maxime Walter Benjamins, nicht die Politik zu ästhetisieren, sondern die Ästhetik zu politisieren.

Der nun erstmals ausgestellte Foto-Essay entstand während eines sechswöchigen Arbeitsaufenthalts in Kaliningrad im Frühjahr 2010.

 

studio im hochhaus – kunst- und literaturwerkstatt
Zingster Str. 25
13051 Berlin
Telefon/Fax: 030 929 38 21

Kartenansicht

Öffnungszeiten der Ausstellungen: Mo – Do 11 bis 19, Fr 11 bis 16 und So 14 bis 18 Uhr
S-Bahn (S 75) bis Wartenberg oder Hohenschönhausen Tram M4, M5 / Ahrenshooper Str. M4, M17 / Prerower Platz

  1. Karl Schlögel, Königsberg – Hannah Arendts Stadt, in: derselbe, Go east oder Die zweite Entdeckung des Ostens, Berlin 1995, S. 78
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Kein Denkmal für Johann Georg Elser

Freitag, 15. Oktober 2010 1:33

Johann Georg Elser bleibt nichts erspart. Irgendwo zwischen Bundeswehrehrenmal und Freiheitsdenkmal wird nun auch der Hitlerattentäter, an dem sich lange, sehr lange niemand seine offiziellen Finger schmutzig machen wollte, in der Berliner Denkmallandschaft zur letzten Ruhe gebettet. Die Gleichmütigkeit, mit der auch noch der Widerständigste eingemeindet wird ins nationale Gedenken, ist ekelhaft. Überhaupt ist so grauenhaft an diesem System, daß es alles, wirklich alles freudlos fressen kann.

Ich hatte eine Idee. Und da das selten vorkommt und noch seltener zur rechten Zeit, habe ich mir den Spaß gemacht, beim Wettbewerb um das Elserdenkmal mitzutun. Wie nicht anders zu erwarten war, ist mein Beitrag (gemeinsam mit 195 anderen) in der ersten Runde ausgeschieden. Vom 19. Oktober bis zum 1. November werden die insgesamt 207 Vorschläge nun in der Kreuzberger Marheinekehalle ausgestellt (Eröffnung am 18., 17 Uhr). Mein Beitrag sei auch hier dokumentiert:

 

Kein Denkmal für Johann Georg Elser

die tat aber ist nur durch die tat mitteilbar. den verlorenen müssen wir im modder versinken lassen.

Ronald M. Schernikau

Eine Verneinung

Nein, Johann Georg Elser hat kein Denkmal verdient – nicht in diesem Land, nicht in dieser Stadt.

Ein Gegenvorschlag

Im Hof des Bendlerblocks steht seit 1953 ein Denkmal für die Opfer des 20. Juli 1944. Autor ist der NS-Bildhauer Richard Scheibe. Sein Denkmal wird mit allen Tafeln entfernt (und die Ergänzungen seines Schülers Erich Reusch gleich mit) und durch einen Sandhaufen ersetzt. Das ist kostengünstig und allemal eindrucksvoller als die jetzige Situation.

Scheibes „Gefesselter“ wird mitsamt den Tafeln und der Bodenplastik eingeschmolzen und die gesammelte Bronze zu einem überdimensionierten, naturalistischen Bundesverdienstkreuz geformt.

Zeichnung zum Denkmalenwurf von H.J. Psotta

Zeichnung zum Denkmalentwurf von H.J. Psotta

Aufgestellt wird es am gegebenen Gedenkort hinter einer wie folgt präparierten öffentlichen Toilette: Die anfallenden Fäkalien der Toilette werden mit einer Duschvorrichtung über dem Bundesverdienstkreuz ausgegossen. Die Benutzung der Toilette ist jedem möglich und natürlich kostenlos.

Gewidmet wird das Denkmal den beiden Zollbeamten Xaver Rieger und Waldemar Zipperer, die Elser am Grenzübertritt in die Schweiz hinderten. Zipperer erhielt 1978 das Bundesverdienstkreuz.

Die Tat

Statt Johann Georg Elser mit einem Denkmal zu vergessen, wird an der europäischen Außengrenze jeden Tag einem zufällig ausgewählten Asylsuchenden ein Elser-Paß ausgehändigt. Das meint: ohne jede Nachfrage erhält er alle zum dauerhaften Aufenthalt in der EU nötigen Papiere. Die Tat ist nur durch die Tat mitteilbar.

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Utopische Unterhaltung

Donnerstag, 9. September 2010 15:02

Vor Jahren hörte ich einmal dieses Lied im Radio (und wenn ich mich nicht ganz irre, war es die Sendung Freistil beim längst dahingeschiedenen Sender Radio Brandenburg – die Sendung, lese ich gerade, hat überlebt):

Schwer beeindruckt ging es mir bis heute nicht aus dem Kopf (und die CD-Version ist noch besser). Aus dem Kopf ging mir allerdings, wer dafür verantwortlich zeichnete. Mehrfach hatte ich versucht, das weltweite Gewebe zu befragen – erfolglos. Die Hits Nieder mit IT oder auch Rheinländer von Pigor & Eichhorn (und dem Ulf) waren mir seit einiger Zeit liebgewordene Klassiker der Liedkunst, aber festzustellen, daß nun auch dieser Song von ihnen ist, ließ meine Bewunderung ins Maßlose steigen.

Es gibt einen reich bestückten youtube-Kanal von Pigor & Eichhorn, nur ein weiteres Beispiel:

Gut, weil`s so schön ist, noch eins:

Gewohnheitsmäßig skeptisch investierte ich vor einiger Zeit in eine Eintrittskarte der Bar jeder Vernunft und habe keinen Cent davon bereut. Das ist perfekte, utopische Unterhaltung (und ich mag Unterhaltung wirklich nur sehr selten), die eine viel bessere Gesellschaft verdient hätte.

Vom 10. bis zum 12. September treten Pigor & Eichhorn mit Band im Tipi am Kanzleramt auf – auch wenn ich das Programm nicht kenne, empfehlen kann ich es uneingeschränkt.

Und ja, Philosophie ist tanzbar:

Musikvideo: Adobe Flash Player (Version 9 oder höher) wird benötigt um dieses Musikvideo abzuspielen. Die aktuellste Version steht hier zum herunterladen bereit. Außerdem muss JavaScript in Ihrem Browser aktiviert sein.

(auf der CD: Pigor singt Benedikt Eichhorn muß begleiten – Volumen 3, Bochum 2000)

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Europäische Kolonialkriege

Sonntag, 5. September 2010 15:37

[Was man Hitler im Grunde nicht verzeiht ist] nicht das Verbrechen an sich, das Verbrechen am Menschen, dass es nicht die Erniedrigung des Menschen an sich, sondern dass es das Verbrechen gegen den weißen Menschen ist, dass es die Demütigung des Weißen ist und die Anwendung kolonisatorischer Praktiken auf Europa, denen bisher nur die Araber Algeriens, die Kulis in Indien und die Neger Afrikas ausgesetzt waren.

Aimé Césaire

Hörenswert: der Historiker Stephan Malinowski im Deutschlandfunk über europäische Kolonialkriege:

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Wer lieber liest, klickt hier.

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5. September: Führung Friedhof Columbiadamm

Dienstag, 31. August 2010 14:23

Am Sonntag, den 5. September, 11 Uhr, findet wieder eine Führung über den Friedhof Columbiadamm (Berlin) mit mir statt (letzter Termin in diesem Jahr). Interessenten werden gebeten, sich unter der Nummer (030) 6809-2535 beim Museum Neukölln anzumelden. Treffpunkt ist der Haupteingang des Friedhofs (Columbiadamm 122). Dauer: etwa 2 Stunden, Kostenpunkt: 5,- €, ermäßigt 3,50 €, weitere Informationen hier.

Und jetzt neu: die Website Neukoellntouren.de mit einem bunten Strauß Führungen durch den Stadtteil.

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