Gegen Ausbeutung hilfloser Kadaver oder Sargdeckel zu

Ich weise auf den schönen Brauch der kolumbischen Uaxakitaputitls hin: wer das Bildnis des Toten gefertigt, wurde in Gold gekleidet, sang vor dem Scheiterhaufen des Ausgeblichenen die Wacht am Rhein auf jiddisch und wurde mitsamt dem goldenen Kleide auf der Leiche seines Modells verbrannt.

zuerst in: Der Querschnitt, 3. Jg. 1923, S. 25f.; hier nach: Carl Einstein, Werke, Band 2, 1919-1928, Berlin 1981, S. 274

Und noch bis zum 9. Juli: die Ausstellung Neolithische Kindheit im Haus der Kulturen der Welt (Berlin).

8. Mai: Avrom Sutzkever in Berlin

Ein einziges Mal in seinem langen Leben betrat der jiddische Dichter Avrom Sutzkever (1913 – 2010) deutschen Boden. Der sowjetische Ankläger hatte ihn als Zeuge zum Nürnberger Kriegsverbrechertribunal geladen. Landsberg (Gorzów Wielkopolski), Berlin, Nürnberg und Fürth sind die Stationen seiner Reise im Februar/März 1946.

Arndt Beck hat Teile von Sutzkevers Tagebuchnotizen sowie einige Gedichte erstmals ins Deutsche übertragen und insbesondere seine Berliner Erfahrungen und Eindrücke zu einem Vortrag collagiert.

Und Hilde Haberland singt ein Lied.

8. Mai, 21:11 Uhr

Der Schnapphahn
in der Babinischen Republik
Dresdener Straße 14
10999 Berlin

Eintritt frei, Spenden erwünscht